Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Haar: Wer hat’s erfunden?

Warum fällt mir gerade der alte Werbespruch für Ricola ein? Nun ja, weil sich der noch amtierende Bürgermeister kurz vor der Wahl ein grünes Mäntelchen umwirft und meint, dass die Ökologie in Haar bei ihm und seiner Partei gut aufgehoben wären. Leider lässt sich an vielen Beispielen das Gegenteil belegen. Folgende Projekte haben wir gegen den Widerstand oder mindestens den Unwillen der CSU in Haar dennoch verwirklichen können.

 

Geothermie

Es war knapp: In der entscheidenden Stadtratssitzung stimmte die CSU mehrheitlich für den Ausstieg aus dem Projekt. Die Grünen waren die Einzigen, die geschlossen für die Weiterführung votierten! So haben wir CO2-neutrale und bezahlbare Wärme für Haar gesichert: Sozial und ökologisch!

Sanierung der städtischen Immobilien

Seit circa fünf Jahren lag dem Rat ein detailliertes Konzept zur energetischen Sanierung der städtischen Immobilien vor, der vom Ingenieurbüro udee erstellt worden war.  Jahr um Jahr verschob der Stadtrat angetrieben von den “Wir-haben-kein-Geld”-Lautsprechern der CSU den Start. Letztes Jahr konnten wir endlich die Mehrheit davon überzeugen, in die Sanierung wenigstens einzusteigen .- nicht ohne eine letzte Tirade des CSU-Chefs in der Haushaltsberatung. Die Sanierung wird CO2 sparen und gleichzeitig die Energiekosten der Mietenden deutlich reduzieren: Sozial und ökologisch.

Circular DINO

Ja, der Bürgermeister hat das grüne Thema Kreislaufwirtschaft auch zu dem seinen gemacht. Hier hat er unsere uneingeschränkte Unterstützung. Nur,  die Stadt veranstaltete einen vielbeachteten Kongress noch bevor das erste nennenswerte Projekt gestartet wurde. Ich hätte es andersherum gemacht: Endlich den Startschuss für den Neubau des Jugendzentrums DINO gegeben und dann über die (Zwischen)-ergebnisse mit Expert:innen in einem “Summit” diskutiert. Denn auch das Dino vereint mustergültig soziale Aufgaben und ökologischen Anspruch. Und wenn man mit verschiedenen CSU-Stadträt:innen spricht, dann hält sich ihre Begeisterung für das Projekt in extrem überschaubaren Grenzen.

PV-Freiflächenanlage

Ja, die haben wir einstimmig beschlossen. Aber ich werde es nie vergessen, wie ich damals eine Agri-PV im Stadtrat gefordert habe und von der CSU-Bank herübergerufen wurde: “An so an Schmarrn brauch ma net”. Am Ende haben wir uns mit der Doppelnutzung mit Rindern durchgesetzt und auch gegen manchen Widerstand eine Bürgerbeteiligung gesichert. So wird auch dieses Projekt ein ökologisches und soziales. Übrigens: Selbstverständlich zählt auch die Tierhaltung zur “Agri-PV”. Inzwischen gibt es dafür sogar eine DIN-Norm.

Zukunft

Wenn Andreas Bukowski Klima und Nachhaltigkeit wirklich ernst nimmt, dann soll er gemeinsam mit uns verbindliche Klimaziele und -projekte vereinbaren, den Flächenverbrauch minimieren und einen Plan zur Klimafolgenanpassung ausarbeiten. Wenn er dann noch seine Partei überzeugt, ausnahmsweise mal für Klimaschutz zu stimmen, dann schenken wir ihm eine Packung Ricola!

 

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